Am Sonntagnachmittag treffen im Weser-Stadion der Werder Bremen und Eintracht Frankfurt aufeinander. Die Werderaner brauchen die Punkte, um nicht doch noch abzusteigen, die Frankfurter, weil sie in der nächsten Saison international spielen wollen. Die Bilanz zwischen beiden Clubs sieht für Werder nicht schlecht aus. Aber diese Zahlen sind hauptsächlich Vergangenheit. Ein echter Favorit für das Spiel ist nicht auszumachen. Wie so oft, wird die Tagesform entscheiden.

Insgesamt 95 Ligaspiele haben beide Teams seit 1963 gegeneinander bestritten. Davon haben die Bremer 40 und die Frankfurter 35 gewonnen. Nicht wirklich überwältigend. Wirklich beeindruckend ist allerdings die Heimbilanz der Bremer: 27 Siege und nur 12 Niederlagen bei 8 Unentschieden. Allerdings ging das letzte Heimspiel gegen die Eintracht mit 1:2 verloren, und auch im Hinspiel in der Commerzbank-Arena unterlag Werder mit 1:2.

Am Ende einer trostlosen Hinrunde standen die Hansestädter auf dem 16. Platz, nur durch das bessere Torverhältnis vom sicheren Abstieg getrennt. Auch am 23. Spieltag standen sie noch auf Rang 15. Aber dann ging´s auf einmal. Seither wurden ein Remis und drei Siege eingefahren und das Team rückte auf Platz 12 vor. Das sind zurzeit acht Punkte auf den Relegationsplatz und 13 auf den Abstiegsplatz 17. Aber: In Anbetracht von noch sieben ausstehenden Spielen, darunter gegen Leipzig, Stuttgart, Dortmund und Leverkusen, ist das noch kein Anlass, sich sicher zu fühlen.

Die Frankfurter haben andere Probleme. Sie stehen auf Platz 4. Die Champions League ist zum Greifen nahe. Borussia Dortmund ist drei Punkte weg, Schalke 04 vier, Bayer Leverkusen einen Punkt dahinter, RB Leipzig zwei. Wenn das Feld so dicht beieinander liegt, müssen Punkte her. Die will die Eintracht am Wochenende in Bremen holen. Doch die letzten drei Auswärtsspiele in Dortmund, Stuttgart und Augsburg gingen verloren. Die 2:7 Tore aus diesen drei Spielen waren auch kein Ruhmesblatt.

Frankfurts Trainer Niko Kovac hat darum die Länderspielpause zum Atemholen genutzt, um die „Sinne zu schärfen und Kraft zu tanken. Das gilt nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft.“ Volle Konzentration auf den bevorstehenden Saisonendspurt ist angesagt. Und so bezeichnet er das Spiel in Bremen als Beginn der „heißen Phase“. Das werden die Konkurrenten um die internationalen Plätze auch so sehen.

Ein Unentschieden wäre für die Bremer zumindest ein Punkt gegen den Abstieg. Für die Eintracht wären es zwei verlorene Punkte. Einen Favoriten gibt es nicht.