Nach fünf durchwachsenen Vorstellungen nur 6. und 5. Platz! Am späten Sonntagnachmittag um 17:00 wird in der Merkur-Arena Graz die Partie Sturm Graz gegen Rapid Wien angepfiffen. Beide Vereine holpern durch die Anfangsphase, zwei Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage. Die Wiener stehen nur wegen des besseren Torverhältnisses vor den Grazern. Beide mit acht Punkten, etwa halb soviel wie Tabellenführer RB Salzburg (15). Der Vizemeister und der Tabellendritte der letzten Saison sind noch nicht richtig angekommen.

In der Qualifikation für die Champions-League scheiterte Sturm in der zweiten Runde mir zwei Niederlagen gegen Ajax, ebenso in der Qualifikation zur Europa-League gegen den AEK Larnaka aus Zypern. International waren keine Lorbeeren zu ernten. Bei Sturm war man daher letzte Woche beim 1:1 in Kärnten heilfroh, dass nach dem Rückstand noch der rasche Ausgleich gegen den Wolfsberger AC gelang und die Mannschaft nach dem Rückstand gute Reaktion zeigte. Vom georgischen Neuzugang Otar Kiteishvili kam der entscheidende Assist.

Rapid Wien ist österreichischer Rekordmeister: 32mal Meister und 26mal Vizemeister seit 1914, dazu 14mal Pokalsieger und weitere 13mal im Cupfinale – eine glorreiche Bilanz. Aber seit 2004/05 ist die führende Rolle an den RB Salzburg übergegangen. Der neue Stern an österreichischen Fußballhimmel ist seit nunmehr 13 Spielzeiten entweder Meister oder Vize, zuletzt fünfmal hintereinander auf Platz 1.

Die Elf von Rapid kommt in dieser Saison nur langsam in Fahrt. Glücklicherweise ist Torwart Richard Strebinger derzeit in glänzender Form. Bei den Heimsiegen in der Qualifikation zur Europaliga gegen Slovan Bratislava (4:0), Steaua Bukarest (3:1) und in der Bundesliga gegen Wacker Innsbruck (2:1) war er der große Rückhalt der Mannschaft. Durch die Qualifikation im Rückspiel gegen Bukarest könnte der Knoten nun endlich geplatzt sein.

Die Bilanz der beiden Vereine aus 164 Spielen in der Bundesliga seit 1974 spricht eine deutliche Sprache: 45mal siegte Sturm, 45mal ging es unentschieden aus und 74mal ging Rapid als Sieger vom Platz – 181:253 Tore. Erstaunlicherweise aber ist die Heimspielbilanz von Sturm leicht positiv: In 103 Heimspielen aus allen Wettbewerben seit 1941 gab es 37 Grazer Erfolge, 35 Remis und 31 Niederlagen bei 135:138 Toren. Die letzten vier Treffen aus der Doppelrunde 2017/18 entschied Sturm zweimal für sich – bei zwei Unentschieden. In der Saison 2015/2016 konnten die Wiener das letzte Mal in Graz gewinnen. Daher: Leichter Vorteil für die Elf aus der Steiermark.

Bei Mr Green gibt es folgende Quoten: Sieg Sturm Graz 2.35, Unentschieden 3.50, Sieg Rapid Wien 2.75. Viel Glück!