Gesucht: Das beste Basketball-Team der Welt. Nach 82 kräftezehrenden Saisonspielen und drei Playoff-Runden stehen die Teilnehmer der NBA Finals fest. Zum vierten Mal in Folge heißt es: Golden State Warriors gegen die Cleveland Cavaliers. Die Finalserie beginnt am Donnerstag, das Team das zuerst vier Siege erreicht gewinnt den Titel. Zwei der bisherigen drei Final-Duelle konnte das Team aus Oakland gewinnen. Nur 2016 schaffte Cleveland nach einem 1:3-Rückstand noch das Comeback und sicherte sich in sieben Spielen die Larry O-Brien Trophy.

Doch obwohl Clevelands Superstar LeBron James in den Playoffs eine denkwürdige Leistung nach der anderen abliefert, ist es unwahrscheinlich, dass die Franchise aus Ohio dem haushohen Favoriten nochmal ein Bein stellen kann. Alles andere als der dritte Titel für die Warriors wäre eine Riesenüberraschung. Denn: Mit Steph Curry, Kevin Durant, Draymond Green und  Klay Thompson verfügen die Dubs über die mit Abstand talentierteste Starting Five der NBA.

Offensiv-Trio nicht zu stoppen

Das letzte Opfer von Golden States’ geballter Star-Power waren die Houston Rockets. In den Finals der Western Conference zog das beste Team der regulären Saison nach sieben Spielen den Kürzeren. Das Problem: Es ist einfach nicht möglich, Curry, Durant und Thompson gleichzeitig auszuschalten. Zu dem bärenstarken Offensiv-Trio gesellt sich mit Tausendsassa Green einer der besten Verteidiger der Liga. Und die Veteranen Andre Igoudala, David West und Shaun Livingston bringen Erfahrung, Spielintelligenz und die nötige Härte mit.

Bei Cleveland dagegen dreht sich alles nur um einen Mann: LeBron „King“ James. Der inzwischen 33-Jährige ist immer noch der mit Abstand beste Spieler der Welt. Den Beweis dafür lieferte er mit mehreren denkwürdigen Auftritten in den vergangenen drei K.o.-Runden. In 18 Playoff-Spielen kommt James auf durchschnittlich 34 Punkte, 9,2 Rebounds und 8,8 Assists. Um in seinem neunten Finale, dem achten in Folge (!), den vierten Titel zu gewinnen, müsste James gegen die Warriors eine ähnlich überragende Leistung zeigen. Doch auch das könnte am Ende nicht reichen.

Kein Ersatz für Irving

Das Problem: Cleveland ist es nicht gelungen, den nach der letzten Saison abgewanderten Kyrie Irving zu ersetzen. Seine Punkte und Assists fehlen in den Playoffs. Gegen die mittelmäßig begabten Indiana Pacers und die verletzungsgeplagten Boston Celtics brauchten die Cavs jeweils sieben Spiele, um eine Entscheidung zu erzwingen. Das jetzige Team besteht zum größten Teils aus limitierten Rollenspielern wie Rebound-Experte Tristan Thompson, Sprungwunder Larry Nance junior und den Scharfschützen Kyle Korver und J.R. Smith. Einzig Kevin Love ist neben James noch in der Lage, ein Spiel im Alleingang zu entscheiden. Doch der Power Forward ist nach einer Gehirnerschütterung zumindest für Spiel eins fraglich.

Gegen die Warriors wären die Cavs wahrscheinlich schon froh, wenn es überhaupt zu einem siebten Spiel kommt. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr gab es in den Finals eine 1:4-Klatsche – mit Irving. Viele Experten rechnen in diesem Jahr mit einem ähnlich klaren Ergebnis. Doch es ist wie immer: Vier Spiele müssen auch erst einmal gewonnen werden. Und einem LeBron James in Topform ist eigentlich alles zuzutrauen …