Kräftemessen der beiden einzigen bisher ungeschlagenen Vereine: Am Samstagnachmittag um 17 Uhr tritt in der NV-Arena der verlustpunktfreie Tabellenführer FC Red Bull Salzburg beim Herausforderer SKN St. Pölten zum Tanz an. Die Voraussetzungen sind recht übersichtlich: Seit der Saison 2016/17, als St. Pölten in die Bundesliga aufstieg, gab es acht Spiele mit acht teilweise deftigen Salzburger Siegen und 4:25 Toren. In diesem Jahr siegten die Salzburger zuhause 4:0 und in St. Pölten 2:0. Die Bullen sind also haushoher Favorit.

In den ersten beiden Spielzeiten bekamen die Niederösterreicher kein Bein auf den Boden – Vorletzter 2015/16 und 2017/18 ab dem 3. Spieltag letzter Tabellenplatz. Zum Schluss ein Torverhältnis von -49! Trotzdem gelang die Relegation gegen den Dritten der Ersten Liga, den SC Wiener Neustadt. Seit dem April ist Dietmar Kühbauer Trainer, immerhin schon der sechste Coach seit dem Aufstieg. Ihm gelang es, die Mannschaft endlich zu stabilisieren. Nach einer ganzen Reihe von Zu- und Abgängen hat er nun scheint´s die richtige Mischung gefunden. In der Länderspielpause gönnte die Mannschaft sich allerdings eine Auszeit: Sie unterlagen dem Zweitligisten SKU Amstetten im Freundschaftsspiel mit 1:2.

In der laufenden Saison legten die Pöltener nun plötzlich los wie die Feuerwehr: Sechs Spiele bisher, vier Siege, zwei Remis, noch ungeschlagen Zweiter mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Salzburg. Gelingt den St. Pöltenern am Samstag ein Sieg, dann kann die Meisterschaft vielleicht spannend werden. Sonst droht die große Langeweile.

Die Salzburger sind aktuell die Übermannschaft der Bundesliga. 1994, 1995 und 1997 wurden sie noch unter dem Namen SV Austria Salzburg die ersten Male Meister. Doch seit 2006 – seit 2005 als FC Red Bull Salzburg – regieren nur noch die Rot-Weißen die Liga: 13mal hintereinander ist der Verein nun entweder Tabellenerster oder Zweiter, seit 2014 fünfmal Meister in ununterbrochener Reihenfolge.

Nur international will es nicht klappen: Ende August scheiterte Salzburg im elften Anlauf zur Qualifikation für die Champions League zum elften Mal. Nach einem torlosen Remis bei dem serbischen Meister Roter Stern Belgrad kam die Mannschaft in der Red Bull Arena Wals-Siezenheim trotz eines 2:0-Vorsprungs und bester Torchancen über ein 2:2 nicht hinaus und schied wegen der Auswärts-Torregel aus. Das „tut jetzt richtig weh“, sagte der deutsche Trainer Marco Rose. Am Samstag wird sich zeigen, wie die Mannschaft diesen Tiefschlag verkraftet hat.

Wer gewinnt das Spitzenspiel? Bei Mr Green gibt es die besten Quoten: Sieg St. Pölten 6.75, Unentschieden 4.35, Sieg Salzburg 1.42. Viel Glück!