„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ singen die Fans. Am Samstagabend um 20:00 im Berliner Olympiastadion ist es soweit: Zum Abschluss der Saison 2017/18 treffen der FC Bayern München und die Eintracht Frankfurt im 76. Pokalfinale aufeinander.

 

Das Spiel hat seinen ganz eigenen Reiz: Die Bayern als Meister spielen nächste Saison sowieso in der Champions-League. Frankfurt aber könnte sich durch einen Pokalsieg noch nachträglich für die CL qualifizieren. Der unterlegene Pokalfinalist geht im Gegensatz zu früher leer aus.

 

Auf dem Papier kann es über den Ausgang des Duells keinen Zweifel geben. In der Liga haben die Frankfurter in dieser Spielzeit gegen die Bayern zuhause 0:1 verloren. Im Rückspiel in der Allianz-Arena haben sie sich von einer C-Mannschaft des FCB 1:4 abbürsten lassen. In den 110 Liga- und Pokalspielen gegeneinander verbuchen die Bayern 57 Siege und nur 29 Niederlagen bei 206:148 Toren.

 

Die Hessen gewannen den DFB-Pokal viermal, zuletzt 1988, und standen weitere dreimal im Endspiel, zuletzt 2017 beim 1:2 gegen die Dortmunder. Die Münchener aber kommen als Rekord-Pokalsieger mit 18 Titeln, davon 11 als Double, und als frischgebackener Meister.

 

In den letzten sechs Ligaspielen legten die Münchener eine Serie von 5 Siegen mit 25:4 Toren hin und ließen sich nur vor einer Woche im letzten Heimspiel von Stuttgart überraschen. Den Frankfurtern dagegen machte offenbar die Nachricht vom Weggang des Trainers schwer zu schaffen: In den sieben letzten Spielen seither brachten sie nur einen Sieg und ein Remis zuwege und unterlagen fünfmal.

 

Alles spricht also für einen Bayern-Sieg. Die Münchener scheinen übermächtig und klarer Favorit. Aber das Stuttgartspiel hat gezeigt, dass auch der FCB anfällig ist, wenn es für die Mannschaft um nichts mehr geht. Die Eintracht dagegen ist auf dieses Spiel heiß: 2006 unterlagen sie den Bayern im Finale, letztes Jahr der Borussia aus Dortmund. „Von daher trauen wir uns schon eine Überraschung zu“, sagt SGE-Verteidiger Marco Russ. Ideale Voraussetzungen also für einen heißen Pokalfight.

 

Besonders spannend wird sein, wie der scheidende Frankfurter Coach seine Mannen auf die Münchener einstellt, die er in der nächsten Saison trainieren wird. Der Umgang der Bayernverantwortlichen mit der Nachricht von Kovacs Verpflichtung vor Saisonende kam bei der Frankfurter Vereinsführung gar nicht gut an. Ein Pokalsieg der Eintracht, der den Bayern nicht wirklich wehtut, wäre für den neuen Bayerntrainer das Sahnehäubchen.

 

Bei Mr Green gibt es folgende Quoten: Sieg Bayern 1.20, Unentschieden 6.40, Sieg Frankfurt 13.00. Viel Glück!