Die Kommentatoren sind sich einig: Es ist das Aufeinandertreffen der zur Zeit besten Mannschaften Europas. Am Samstagabend trifft der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp im Finale der Champions League auf Real Madrid, den Sieger der letzten beiden Jahre. Das Star-Ensemble aus der spanischen Hauptstadt wird von dem Franzosen Zinedine Zidane gecoacht. Ein Duell der Gegensätze: Die Erfahrung und Qualität des Kaders um den portugiesischen Ausnahmespieler Christiano Ronaldo gegen die mannschaftliche Geschlossenheit und taktische Raffinesse der englischen Offensivkünstler. Trotz leichter Vorteile für die Spanier gibt es für das Finale im Olympia-Stadion von Kiew keinen echten Favoriten.

Die Madrilenen sind mit 12 Titelgewinnen die Übermannschaft der Champions League (bis 1992 Europapokal der Landesmeister). In den vergangenen vier Jahren holten die „Königlichen“ die Trophäe dreimal. In Kiew könnte sich der erfolgreichste Verein Europas als erste Mannschaft seit der Jahrhundertwende die Krone zum dritten Mal hintereinander aufsetzen. Seit 2016 ist Zidane der Vater des Erfolgs. Der ehemalige Weltmeister und Weltfußballer spielte selbst fünf Jahre für Real und gewann mit der Mannschaft 2002 die Königsklasse.

Die Blancos haben in den K.o.-Spielen Paris Saint-Germain, Juventus Turin und Bayern München ausgeschaltet. In den letzten beiden Runden zeigte die Mannschaft allerdings ungewohnte Schwächen: Gegen die Italiener kamen sie erst durch einen Elfmeter in der 97. Minute weiter, und Bayern verschenkte das Finale in beiden Spielen durch eigene individuelle Fehler.

Im Vorfeld des Finales sind die Stellungnahmen von gegenseitigem Respekt geprägt. „Liverpool erinnert mich an das Real Madrid von vor ein paar Jahren, mit drei schnellen Stürmern vorne“, sagte  Ronaldo und verglich Reals weltberühmtes Sturmtrio „BBC“ (Gareth Bale, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo) mit den Liverpooler Angreifern Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane. Aber Zidane warnt: „Man spricht immer nur von den drei Spielern ganz vorne und wenig von denen dahinter. Aber sie sind eine Mannschaft, die das Finale erreicht hat, die das genauso verdient wie wir.“

Und Klopp erwiderte schmunzelnd, er sei froh, dass Zidane im Finale nicht mehr selbst spiele. „Er ist einer der fünf besten Spieler der Geschichte. Und jetzt ist er Coach von Real Madrid, einer extrem erfahrenen Mannschaft. Das wird eine schöne Herausforderung.“

Eine Herausforderung, der Liverpool durchaus gewachsen ist – zumindest drängte sich dieser Eindruck bei den Gala-Auftritten in den K.o.-Runden auf. Es muss sich allerdings noch zeigen, ob die Reds den Traumfußball, den sie in den letzten beiden Runden gegen Manchester City und AS Rom zelebrierten, auch gegen die Spanier auf den Rasen zaubern können. Spannend wird es auf jeden Fall.

Wer gewinnt die Champions League? Bei Mr Green gibt es folgende Quoten: Sieg Real Madrid 2.18, Unentschieden 3.70, Sieg FC Liverpool 3.15. Viel Glück!